Das Herbstlabyrinth-Adventhöhle-System

Speläologische Arbeitsgemeinschaft Hessen e.V.


Das Herbstlabyrinth-Adventhöhle-System
Die erste Riesenhöhle Hessens
- eine vorläufige Beschreibung -


Ingo Dorsten, Annette Hüser und Thomas Hülsmann
Zusammengestellt von Ingo Dorsten
Mit einem Beitrag von Prof. Dr. Stephan Kempe

 

1. Inhaltsverzeichnis


1. Inhaltsverzeichnis 
2. Einleitung 
3. Geographische Lage und Beschreibung des Karstgebietes 
4. Geologie des Karstgebietes 
5. Hydrologische Zusammenhänge im Karstgebiet 
5.1 Hydrologie des Herbstlabyrinths 
6. Entdeckungs- und Erforschungsgeschichte 
7. Übersicht der Höhlenteile und Raumbeschreibungen 
7.1 Der Hessentunnel 
7.2 Die Knöpfchenhalle 
7.3 Westfortsetzung des Hessentunnels 
7.4 Das Wolkenschlösschen 
7.5 Die Rätselhalle 
7.6 Der Nordgang 
8. Gefährdung und Schutz des Höhlensystems 
9. Aussichten 
10. Literatur 
11. Anlage 1: Seltene Kalzitbildungen im Herbstlabyrinth 
12. Anlage 2: Stellungnahme von Prof. Dr. Stephan Kempe 

 


2. Einleitung

Das Herbstlabyrinth – Adventhöhle - System ist das größte Höhlensystem Hessens und eines der bedeutendsten Deutschlands. Es hat eine vermessene Gesamtganglänge von derzeit 4730 m bei einem Höhenunterschied von 82 m. Die Erstreckung des Höhlensystems beläuft sich auf 510 m in O - W und 435 m in N – S Richtung. Seit seiner Entdeckung 1993 ist die Erforschung immer wieder unterbrochen worden. Erst in den letzten Jahren konnten wieder kontinuierliche Vermessungen und Dokumentationen aufgenommen werden. Dabei wurden in jüngster Zeit immer wieder spektakuläre Neuentdeckungen gemacht. Insbesondere die Gangdimensionen und die zum Teil großflächigen Versinterungen suchen in weitem Umfeld ihresgleichen.  Dieser Bericht soll im wesentlichen eine Beschreibung des Herbstlabyrinthes geben sowie dessen Besonderheit verdeutlichen und Erklärungsansätze zur Genese darstellen. Da für die weitere speläologische Erforschung der Adventhöhle keine Genehmigung vorliegt, wird hierzu nur eine kurze Beschreibung gegeben.
Dieser Artikel ist als Zwischenbericht zu verstehen, da die Forschung noch lange nicht als abgeschlossen gesehen werden kann. Nachfolgend werden in erster Linier die in den letzten 2 Jahren entdeckten Teile beschrieben, sowie der Hessentunnel und die Knöpfchenhalle aufgrund ihrer herausragenden Dimensionen.

Eine komplette Raumbeschreibung der bis Anfang 1997 gefundenen Teile findet sich im Jahresheft der SAH von 1998.


3. Geographische Lage und Beschreibung des Karstgebietes

Bei dem Karstgebiet von Erdbach - Breitscheid handelt es sich um ein geologisch abgegrenztes Gebiet aus dem  Bereich  der  deutschen Mittelgebirge. Es befindet sich im Bundesland Hessen, im Lahn Dill Kreis und liegt zwischen den beiden Ortschaften Breitscheid   und   Erdbach   am westlichen  Rand  der  Dillmulde, einem  Teil  des  Westerwaldes (Rheinisches Schiefergebirge).

Der Kalk liegt auf einer Fläche von rund 2 km² in einem hufeisenförmigen Bereich ohne Überdeckung (STENGEL-RUTKOWSKI 1968, S.75) und wird von anderen Gesteinen nach fast allen Seiten begrenzt. Lediglich der östliche Teil ist als Steilabfall zu betrachten, der von den hier entspringenden bzw. seitlich entlang fließenden Bächen geschaffen wurde. Nach  Südwesten  und Nordwesten verlängert sich der Kalkstein unter die tertiären Deckschichten (Basalte, Tone) des Westerwaldes. Er ist durch Bohrungen, bergbauliche Aktivitäten und natürliche Aufschlüsse nachgewiesen.  

Insgesamt besteht bei dem oberflächlich anstehenden Kalkaufschluss ein max. Höhenunterschied von 150 m in O-W Richtung auf einer Entfernung von 1300 m.

 

4. Geologie des Karstgebietes

Ausgedehntere Kalksteinvorkommen mit bemerkenswerten Karsterscheinungen treten neben den bekannten vorkommen im Sauerland im variskisch gefalteten Rheinischen Schiefergebirge nur in teilweisen kleinen Vorkommen auf. Sie sind meist an die Lahn- und Dillmulde gebunden. Hier begannen bereits im Unterdevon vulkanische Tätigkeiten. Die Bodenunruhen dauerten bis in das untere Oberdevon und gliederten den vorher morphologisch einheitlich gestalteten Dilltrog in zahlreiche Becken und Schwellen, die auf engem Raum unterschiedliche und rasch wechselnde Faziesbedingungen schufen.

Dieser untermeerische Vulkanismus führte örtlich zum Wachstum von Korallenriffen. Das Kalkvorkommen von Erdbach - Breitscheid führt auf einen Riff-Komplex zurück, der sich im tiefen Oberdevon atollartig auf einer Hochschwelle aus Schalstein bildete.

Bei dem Kalkstein handelt es sich um einen biogenen Massenkalk, der durch die darin enthaltenen Fossilien – Stromatoporiden und Korallen – als Iberger Kalk bestimmt wurde. Er ist benannt nach dem Iberg im Harz, der aus dem gleichen Kalk aufgebaut ist.

Diese fazielle Ausbildung unterscheidet sich deutlich von dem devonischen Massenkalk, der besonders aus der Lahnmulde und dem Sauerland bekannt ist. Dort liegen vorwiegend aus Korallen aufgebaute Kalke vor. Der Iberger Kalk dagegen besteht in der Hauptsache aus Stromatoporen-, Korallen- und untergeordnet Brachiopoden - Kalken, die häufig eine z.T. gute Bankung aufweisen.

Dieser Kalk bildet das Kalkplateau von Erdbach-Breitscheid, tritt aber auch nördlich davon bei Langenaubach auf. Tiefbohrungen haben 1956 ergeben, dass beide Vorkommen unter dem Deckdiabas miteinander verbunden sind.


5. Hydrologische Zusammenhänge im Karstgebiet

Der Erdbach steht im Mittelpunkt der hydrologischen Betrachtung. Er ist der Vorfluter des Karstgebietes der an dessen westlichem Rand entspringt und das Kalkplateau von Westen nach Osten durchfließt. Er wird aus mehreren Quellen gebildet, die westlich, nördlich und südlich von Breitscheid am Ausstrich der tertiären Schichten über den tonigen Ablagerungen entspringen
Der Ort Breitscheid ist in dem Bereich, in dem tonige Ablagerungen den Untergrund bilden, von staunassen Wiesen umgeben. Diese werden durch eine Vielzahl von Gräben in Richtung der Ortschaft entwässert. Ab der Bebauungsgrenze fließt das Wasser verrohrt. Zusammen mit dem Wasser der gefassten Quellen tritt es am östlichen Rand der geschlossenen Bebauung aus zwei Rohren aus und fließt ab dieser Stelle unter dem Namen Erdbach.

Nach einem kurzen oberirdischen Lauf von ca. 150 m Länge versinkt der Bach am östlichen Ortsrand im Schwindenbereich des sogenannten Kleingrubenlochs.

Nach dem Versinken im Kleingrubenloch fließt er durch die Erdbachhöhle, und überwindet dabei einen Höhenunterschied von –103 m und fließt nun unterirdisch, bis er am Rand des Kalkvorkommens oberhalb der Ortschaft Erdbach im sogenannten Erdbachaustritt wieder zutage tritt. Dieser unterirdische Verlauf muss unter dem sog. Faulfeld liegen und konnte bisher noch nicht zugänglich gemacht werden. Das Erdbachhöhlensystem (Erdbachhöhle und Höhle in Schwinde C) weist eine Länge von etwa 1800 m auf. Lediglich ca. 50 m werden von der Distanz Schwinde – Quelle durch dieses System überwunden. Es fehlen noch 1200 m (Luftlinie !).

An den Rändern des Kalkausbisses gibt es zahlreiche Dolinen, in denen kleine Bäche, bzw. Rinnsale versinken (siehe Abbildung 2). Färbeversuche haben den Zusammenhang mit dem Erdbach nachgewiesen. Lediglich die Bachschwinde in der Bahndammdoline (D1) hat keine Verbindung zum Erdbach. Dieses Wasser durchfließt vermutlich den 2002 entdeckten Nordgang und den Hessentunnel des Herbstlabyrinthes und tritt im sog. Weilbrunnen, nördlich von Erdbach aus. Der entgültige Nachweis einer Verbindung zwischen Schwinde und Höhle wurde noch nicht erbracht. Dieser unterirdische Verlauf eines Baches ist der erste in diesem Karstgebiet, der fast komplett auf einer Länge von ca. 800 m unterirdisch zu verfolgen ist. Allerdings wird dieser ziemlich bald durch den fortschreitenden Steinbruchbetrieb unterbrochen. Das Wasser wird dann in den Bruch abfließen und somit das Herbstlabyrinth „trockenlegen“.

Nicht ganz so übersichtlich wie die anfangs beschriebene oberflächliche Karststruktur sind die Verhältnisse untertage. So ist z.B. zwischen den versickernden Wassermengen aller bekannten Schwindstellen und der des Erdbachaustrittes eine erhebliche Differenz vorhanden. Es muss also neben den bekannten unterirdischen Zuflüssen im Erdbachhöhlensystem noch weitere geben.

Ungeklärt ist bis heute auch, in welchem Zusammenhang das Herbstlabyrinth mit dem Erdbachverlauf steht. Möglicherweise gab es einen fossilen Ablauf des Erdbaches durch das System, der sich dann durch seine fortschreitende Eintiefung verlagerte und den heutigen Lauf einnahm.

Denkbar ist aber auch, das die Fischweiherdoline (D2) als Zulauf fungierte und sich dann der Wasserlauf mit der Tieferlegung des Erdbaches änderte vom Herbstlabyrinth entkoppelte. Eine dritte Möglichkeit kann aber auch nicht ausgeschlossen werden. Das Herbstlabyrinth hat gar keinen hydrologischen Zusammenhang mit dem Erdbach und wurde von einem eigenständigem Wasserlauf gebildet, dessen Ursprünge möglicherweise weit in den Kalken unterhalb der vulkanischen Deckschichten liegen.



5.1 Hydrologie des Herbstlabyrinths

Generell kann das Herbstlabyrinth in drei hydrologische Zonen aufgeteilt werden. Die oberste Zone ist die des Tropfwasserzuflusses, in der kein fließendes Wasser zu finden ist. Hier existiert ein der Jahreszeit entsprechender Tropfwasseranteil, der an einigen Stellen für intakte Sinterbecken sorgt. Dies sind auch häufig die Zonen mit zum Teil massiven Decken- und Wandversinterungen.

Der hydrologisch aktive Bereich ist der des Nordganges und des Hessentunnels. Hier kann ein fast kompletter Verlauf eines Karstgewässers von seinem Schwindeintritt bis zum Hangaustritt nachgegangen werden. Ein je nach Jahreszeit mehr oder minder aktiver kleiner Bach versinkt in einer Doline am Rand des Kalkausbisses (Bahndammdoline) und fließt durch den Nordgang und Teile des Hessentunnels.

Die maximale Schüttung beträgt etwa 2-5 l/s. Sehr schön kann man die fossilen Bachebenen an vielen Stellen erkennen. Entlang weiter Strecken und über einer Vertikaldistanz von z.T. 45 m lassen sich alte Mäanderschleifen mit ausgeprägten Hohlkehlen verfolgen. Interessant ist die zur Zeit kräftige Kalkausfällung, die das Bachbett mit einer der Montmilch ähnlichen Schicht ausgekleidet hat. In dieser Schicht finden sich an einigen Stellen interessante Kalzitbildungen, wie z.B. die sogenannten „Blasenhäutchen“ (DORSTEN & HÜSER 2004). Dieser Bach ist derzeit der einzige aktive im Höhlensystem. Unklar ist noch welche Rolle er bei der Genese der Höhle in der Vergangenheit spielte. Da der Nordgang in seinen Dimensionen wesentlich kleiner ist als der Hessentunnel kann man davon ausgehen, das dieser über 1400 m lange Abschnitt nur einer von mehreren früher aktiven Gerinnen war. Die wesentlich größeren Raumdimensionen des Hessentunnels würden im Sinne der Mischungskorrosion dafür sprechen. Nach jetzigem Kenntnisstand muss der Hessentunnel als Hauptabfluss (Sammler) gedient haben.

Vermutet wird auch eine hydrologische Verbindung zum Ponor in der „Fischweiherdoline“. In welchem Zusammenhang der heutige Erdbach mit dem System steht ist unklar. Ob es sich in dabei um einen fossilen Verlauf handelt oder ob das Höhlensystem schon immer eine eigenständige Hydrologische Einheit war kann ebenfalls noch nicht beantwortet werden.
Die dritte hydrologische Zone ist ebenfalls in den untersten Bereichen des Hessentunnels zu finden. Gerade in den ausgedehnten Verbruchzonen sammeln sich im Winter größere Wassermassen und bilden regelrechte Seen. Dieser Zustand ist allerdings nur in der Westfortsetzung des Hessentunnels ausgeprägt, da der restliche Teil ein noch intaktes Gefälle besitzt und sich hier zur Zeit kein Wasser sammeln kann. Der gesamte Hessentunnel zeigt allerdings Spuren von Wasserständen, die die Höhle mehrere Meter hoch geflutet haben. Dies wird besonders deutlich an den ausgedehnten Sedimenteinträgen. Feiner Lehm mit Spuren von abfließendem Wasser ist gerade in der Verbruchzone hinter der Knöpfchenhalle überall anzutreffen. Bis vor kurzem konnte hierzu keine zeitliche Angabe gemacht werden. Bei einer Befahrung im Dezember 2004 wurde aber ein Bereich entdeckt, in der am untersten Punkt ein mehrere Meter großer Sinterberg entdeckt wurde, an dessen Oberfläche absolut keine Lehmbestandteile zu finden sind. Es scheint also durchaus möglich, das diese hohen Wasserstände zeitweise während glazialen Phase existierten. Genauere Untersuchungen an diesem Sinterberg könnten hierzu interessante Aufschlüsse geben.

Durch den fortschreitenden Gesteinsabbau im nahen Kalkwerk Medenbach wird allerdings der Nordgang größtenteils zerstört und somit der aktive Höhlenbach in den Steinbruch abfließen. Das gesamte vom Bach durchflossene Höhlensystem wird in der Folge dauerhaft trockenfallen.

 

6. Entdeckungs- und Erforschungsgeschichte

Die Entdeckung dieses Höhlensystems geschah, wie so oft eher durch Zufall, im Vorfeld einer Weihnachtsfeier der Speläologischen Arbeitsgemeinschaft Hessen am 11.12.1993. Bei einer winterlichen Wanderung wurde am Rande des im Abbau befindlichen Steinbruchs Medenbach in einer kleinen Wandstufe ein kleines Loch entdeckt. Noch am selben Tag wurde die enge Spalte in einer knappen Stunde aufgewältigt und zunächst einige schön versinterte Räumlichkeiten betreten. Diese Höhle wurde Adventhöhle getauft.
Die weit größeren Teile wurden am darauffolgenden Tag entdeckt. Im Bewusstsein der Bedeutung dieser Entdeckung wurde noch am selben Tag der Grundstückseigentümer (Steinbruchbetrieb) verständigt und schon am 13.12. ein Ortstermin abgehalten. Hierbei sollte über eine vertragliche Regelung zur Erforschung und Dokumentation verhandelt und der Eingang vorerst wieder zubetoniert werden, bis ein geeignetes Höhlentor eingebaut ist.

Erst einige Monate später, nachdem das Tor betriebsbereit war begann die Erforschung, Vermessung und Photodokumentation der neuen Höhle. Parallel dazu wurden auch weitere Verhandlungen mit dem Eigentümer abgehalten.
Bemerkenswert an der Adventhöhle sind die Entdeckungen großer Ansammlungen von eiszeitlichen Säugetierknochen (v.a. Höhlenbär).
Am 28.05.1994 wurde ca. 100 m westlich der Adventhöhle eine in der gleichen Strosse liegende Spalte geöffnet , die aber schon seit dem Herbst der Vorjahres bekannt war. Auch hier gelang der Zustieg zu einem Höhlenteil, der passenderweise Herbstlabyrinth genannt wurde.

Bis zum Juni 1994 waren in den beiden Höhlen ca. 700 m Gänge und Hallen bekannt. Unter anderem auch Teile des Hessentunnels. Am 13.8.1994 wurde dann die bisher größte Halle des Herbstlabyrinthes entdeckt, die Knöpfchenhalle. Die geschätzte Ganglänge nur dieser Höhle betrug nun 1000 m. In den folgenden Monaten wurde an nahezu jedem zweiten Wochenende die Forschung fortgesetzt. Unter anderem fand auch eine Befahrung mit Mitarbeitern des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege statt, um eine weitere Festigung des Schutzes zu erreichen, da für diesen Teil des Bruches indem die Höhlen liegen eine geltende Abbaugenehmigung bestand.

Am 14.4.1995 wurde die Verbindung zwischen der Adventhöhle und dem Herbstlabyrinth entdeckt. Beide Systeme zusammen hatten nun eine geschätzte  Länge von über 2600 m.

Mitte September 1995 wurde dann der Verschluss zum Herbstlabyrinth aufgebrochen. Allerdings wurden keine Beschädigungen in der Höhle ausgemacht.

Bis Anfang 1997 wurde die Forschung und Vermessung regelmäßig fortgesetzt. Dabei wurde immer wieder Neuland entdeckt. Ende April wurde dann aufgrund eines Zeitungsartikels in der Regionalpresse der weitere Zutritt von seiten des Betreibers des Steinbruchs untersagt und der Zustieg mit Bruchsteinen unzugänglich gemacht.

Grund hierfür war eine Forderung des Betreibers wonach keine Informationen über diese Höhle an die Öffentlichkeit gelangen sollten. Dieses Forschungsverbot galt aber nur für die Höhlenforschergruppe SAH, eine weitere wissenschaftliche Bearbeitung der Adventhöhle, insbesondere der umfangreichen Knochenlager, war verschiedensten Wissenschaftlern weiterhin möglich.

Erst ende September 2002 wurde der SAH wieder die Genehmigung erteilt in dem Herbstlabyrinth die Forschungen weiterzuführen. Möglich wurde dies unter anderem, weil die Gemeinde Breitscheid mit den Planungen einer Schauhöhle begonnen hatte und auf die Informationen der Vermessungsdaten und der Lage der Hohlräume angewiesen war.

Somit konnte die Vermessung in vielen Teilbereichen endlich wieder aufgenommen werden. Gleich zu Beginn wurde am Ende der Knöpfchenhalle eine hochgelegene Etage entdeckt, die eine sehr reiche Versinterung aufwies. Aufgrund der vielen und langen Makkaronis wurde dieser Bereich „Spaghetteria“ getauft.  Kurze zeit später gelang dann der nächste Coup: In einem schon lange vermuteten Bachzubringer, der in den Hessentunnel einmündet wurde endlich die Fortsetzung entdeckt. Der so genannte Nordgang wurde nach und nach in den folgenden Monaten auf eine Länge von über 1400 m erforscht und vermessen.

Als ob dies noch nicht genug wäre, gelang Thomas Hülsmann im März 2003 dann in einem Verbruch am Ende der Knöpfchenhalle der Durchbruch in die westliche Fortsetzung des Hessentunnels. Hier hatte er 15 Anläufe gebraucht, um in den schier unübersichtlichen Wirrwarr von zum Teil LKW-großen Felsbrocken eine Passage zu finden, die in unverstürzte Bereiche führt.
Im Laufe des Jahres konnten immer wieder kleinere und größere Bereiche entdeckt werden. Zuletzt im Jahr 2004. im April konnte der bisher spektakulärste Teil begangen werden, der wegen seiner massiver Versinterung alles bisherige in den Schatten stellt. Weil hier die Kristall und Tropfsteinpracht unglaubliche Dimensionen erreicht wurde dieser Teil „Wolkenschlösschen“ getauft. Und zu guter letzt hatte die „Rätselhalle“ auch den abgebrühtesten Forscher von den Socken gehauen. Hier sind mehrere Sinterschäden aufgeschlossen, die eindeutige Hinweise auf das Vorhandensein von Höhleneis geben, wie selten so deutlich.

7. Übersicht der Höhlenteile und Raumbeschreibungen

7.1 Der Hessentunnel

Der Hessentunnel ist der prägnanteste und von den Gangdimensionen wohl eindruckvollste Teil des Höhlensystems. Er erstreckt sich über mehrere hundert Meter in West-Ost Richtung. Der seit Jahren bekannte Teil entspringt dem Versturz der Knöpfchenhalle. Von hier zieht er bei einer durchschnittlichen Breite von 6 – 8 m und 4 m Höhe ca. 200 m nach Osten.
Zwischendurch verengt er sich einmal für wenige Meter auf Schlufgröße, der z.T. auch durch Versturz entstanden ist. In diesem Bereich wurde 1995 auch die Verbindung zwischen Adventhöhle und Herbstlabyrinth gefunden. Vorbei an einem der größten Tropfsteine der Höhle (Ø 1m, Höhe hangseitig 4 m) legt der Gang an Größe wieder deutlich zu. An seinem tiefsten Punkt zweigt der Bachlauf in die Medenbacher Kluft ab und fällt dabei über einige Stufen
ca. 10 tief ab. Danach steigt der Hessentunnel wieder leicht an und erreicht hier mit 10 x 10 m seine größten Dimensionen bevor er scheinbar abrupt an einem Sinterwall endet. Ein kurzer Extremschluf führt in den sog. Wurmfortsatz der sich noch knapp 60 m nach SE fortsetzt und die vermutliche, fast vollständig verfüllte, Fortsetzung des Hessentunnels ist.
Die Medenbacher Kluft beginnt als anfänglich 10 hohe Spalte, nimmt nach wenigen Metern canyonartigen Charakter an und verläuft in kleineren Dimensionen noch ca. 200 m nach Osten bevor sie an einem Schlamm – Wassersyphon ihr vorläufiges Ende findet.

 

7.2 Die Knöpfchenhalle

Dieser größte Raum der Höhle überlagert einen Versturz, durch den die Westfortsetzung des Hessentunnels gefunden wurde. Er weist eine Länge von knapp 40 m bei einer durchschnittlichen breite von 10 m und einer maximalen Höhendifferenz von 25 m auf. Aufgrund ihrer bananenförmigen Ausbildung ist sie fotografisch nicht in voller Größe darstellbar.

Bemerkenswert ist neben mehreren gewaltigen Sinterorgeln eine ungefähr 8 m lange und 50 cm breite Sinterfahne.  Namensgebend sind kleine durch Spritzwasser entstandene Sinterknöpfchen. Im Falle einer Verwirklichung der von der Gemeinde Breitscheid geplanten Schauhöhle, ist hier die Verbindung zur Oberfläche geplant. Im Jahre 2003 wurde eine Bohrung in diese Halle niedergebracht um eine exakte Kontrolle des Wandbereichs für eine mögliche Anbindung eines Zugangsstollens zu Erreichen.

 

7.3 Westfortsetzung des Hessentunnels

Da die Knöpfchenhalle ein hochgebrochener Raum ist und man auch noch an ihren Wänden  die Spuren eines ehemaligen Bachlaufes zu erkennen sind, wurde eine Fortsetzung des Hessentunnels in westlicher Richtung schon lange vermutet. Erst im September 2003 konnte nach vielen Versuchen ein Weg durch das riesige Verbruchfeld gefunden werden. Der Charakter dieser recht neuen Teile ist wenig mit den bisher bekannten Zonen des Hessentunnels zu vergleichen. Zwar existieren hier auch die typischen Bachhohlkehlen, aber der gesamte Bereich ist insgesamt stärker durch Versturzzonen geprägt.

Verantwortlich dafür ist eine Störungszone, die in Ost – West Richtung verläuft und ein Einfallen von etwa 45° aufweist. Entlang dieser Störung haben sich teilweise bis zu 10 m mächtige Deckenpartien auf einer großen Fläche  gelöst und haben Abschnittsweise einen Gang in zwei Ebenen geschaffen.




Ungewöhnlich große Diabasblöcke im Bachlauf des Nordganges. Ein Bespiel für die Geologie des Kalkstocks. (Photo: I. Dorsten)




Bachlauf mit Fließfaßetten im Nordgang (Photo: I. Dorsten)




Der Hessentunnel (Photo: I. Dorsten)




Stark versinterter Bereich in der Knöpfchenhalle. (Photo: I. Dorsten)




Das „Podest“ in der Westfortsetzung des Hessentunnels. (Photo: I. Dorsten)
Wolkenschlösschen; In diese Größenordnung sehr seltene Kristallbildung im Wolkenschlösschen.

7.4 Das Wolkenschlösschen

Das sogenannte Wolkenschlösschen ist als oberes Niveau der Westfortsetzung des Hessentunnels anzusprechen. Es wurde im Jahr 2004 Entdeckt.

Dabei handelt es sich um einen Gangabschnitt, der die bisher atemberaubendsten Versinterungen und Kristallbildungen des Höhlensystems enthält. Man gelang in diesen Bereich über einen ca. 10 m hohen Schacht, der komplett mit schneeweißem Sinter ausgekleidet ist. Dieser frei kletterbare Schacht besitz einen Durchmesser um die 3 m und weitet sich nach oben trichterförmig aus, von wo dann das Wolkenschlösschen abzweigt.  Schon im Zustieg betritt man eine Passage, die am Boden nur noch aus weißen Kristallbecken besteht. Die Kalzitkristalle haben eine Kantenlänge von z.T. bis zu 3 cm und bilden nicht nur die typischen Kristallflächen,
sondern auch eine Art Büschel oder „Igel“ aus. Neben den großflächigen Kristallbecken, die quasi die gesamte Hallenfläche besetzten stechen auch die ungewöhnlich langen und reinen Makkaronis ins Auge. Tausende dieser dünnen und kristallklaren Sinterröhrchen hängen hier von der Decke und erreichen Längen bis zu 2,5 m. Teilweise kann man durch das Wirrwarr keine 2 m weit blicken. Einige Makkaronis haben bereits den Boden erreicht und machen so eine Begehung zur Konzentrationsübung. Im Mittelpunkt des größten, ca. 7 x 5 m großen Raumes steht ein mächtiger, fast 2 m hoher Stalagmit, der umgeben ist von teils Wassergefüllten Kristallseen. Die Deckenpartien sind, wo noch Platz ist, mit einem teil glasklaren Excentriquesrasen besetzt. Diese Excentriques erreichen eine Länge von manchmal über 20 cm. Besonders im hintersten Bereich, wo sich ein See gebildet hat, an dessen Ende der sogenannte „Superpunk“ aus dem Wasser aufsteigt.

Ein „Punk“ ist ein längliches, dichtbesetztes Büschel aus Excentriques, die wie die Haarpracht seines menschlichen Vorbildes strukturiert ist. Diese feinen und teilweise nur schwach gewundenen Kalzitnadeln, oftmals nicht dicker als 1 – 2 mm,  heben sich deutlich von ihrem Umfeld ab und wurden im Herbstlabyrinth bisher nur in sonst sinterfreien Decken- und Wandpartien beobachtet. Der „Superpunk“ erreicht in dieser Form eine Länge von über 3 m und ist in den Bereichen, wo er das Wasser berührt wiederum mit Kalzitkristallen, als Wasserstandsmarken ausgekleidet.




Der „Superpunk“. Länge des Bildausschnittes ca. 3 m. (Photo: I. Dorsten)




In diese Größenordnung sehr seltene Kristallbildung im Wolkenschlösschen

7.5 Die Rätselhalle

Im Rahmen der Vermessungsarbeiten wurde im September 2004 in einer kleinen Spalte der Zustieg zu dieser Halle entdeckt. Nachdem eine kurze Strecke durch Verbruch gefunden war, öffnete sich dieser und führte geradewegs in eine Halle von 20 x 15 m. Diese ist bei einer Höhe von durchschnittlich 5 m zum teil massiv versintert, wobei sich der Sinter eher an den Wandpartien befindet und den meisten Teil des Bodens bedeckt.

Bemerkenswert ist dabei, das die kristallklarer bis schneeweißer Sinter vorherrscht, d.h. die Sinterformationen, die ins Auge stechen sind scheinbar nacheiszeitlich entstanden. Zu den interessantesten Erscheinungen gehört der „Gletschersee“, ein Sinterbecken mit einer Wasserfläche von ca. 2 x 2 m. Die Schneeweißen Kalzitkristalle, die dieses Becken auskleiden wachsen in einem scheinbar azurblauen Wasser. Im Anschluss daran erhebt sich das Sinterpodest. Es hat eine Höhe von ca. 2 m bei mehreren Quadratmetern Grundfläche. Am oberen Bereich befindet sich eine absolut glatte Oberfläche, von etwa 2 x 4 Metern. Durch ein kleines Loch an einer Ecke kann man in tiefblaues blicken, so das hier die Vermutung nahe liegt, das es sich bei diesem Podest um ein zugewachsenes Sinterbecken handelt. Neben den imposanten Sinterbildungen stechen vor allem einige Sinterfragmente ins Auge, die nur durch Höhleneis an ihre jetzige Position gekommen sein können.

Beispielhaft erwähnt werden soll an dieser Stelle nur ein Tropfsteinfragment, welches mittig und zudem auch noch waagerecht auf einen Stalagmitenstumpf liegt. Und das in einer Höhe von ca. 4 m. Insgesamt konnte bei einer ersten Dokumentationsbefahrung 5 eindeutige Hinweise auf Sinterschäden durch Höhleneis nachgewiesen werden. Alle beschädigten Sinterstücke sind farblich wesentlich dunkler ausgebildet und somit als eine ältere Sintergeneration zu deuten Eine ausführliche Beschreibung wird ein gesonderten Bericht liefern.


7.6 Der Nordgang

Der Nordgang wurde im Jahr 2002 entdeckt. Nachdem wieder die Forschungsgenehmigung erteilt wurde, konnte dieser Seitenteil durch einen Syphon zugänglich gemacht werden. Nach und nach wurde in vielen Forschungstouren ein bemerkenswerter Seitenteil des Herbstlabyrinthes vermessen und Dokumentiert. Die Länge dieses bisher größten Nebenganges liegt zur Zeit noch bei 1400 m. Leider erstreckt sich der Nordgang direkt durch den aktiven Abbau und wird in den nächsten Jahren zerstört. Um wenigstens eine Kartierung und eine ausführliche Photo- und Videodokumentation zu ermöglichen wurde mit dem Steinbruch eine kooperative Vorgehensweise vereinbart. So war es über mehrere Monate möglich den Nordgang von verschiedenen Zugängen im Abbaubereich zu betreten.

Wie in der hydrologischen Beschreibung zu entnehmen ist bildet ein zeitweise aktiver Bach hier den Mittelpunkt. Alle hiermit verbundenen Höhlenformen sind somit anzutreffen. Zu erwähnen sind besonders die ausgeprägten Bachhohlkehlen wie auch die mit Fließfacetten wunderschön herauspräparierten Strecken, in denen sich häufig Gerölle aus Diabas und Sinterschutt befinden. Oft hat sich dieser Bach tief in die alten Sedimente eingegraben und feinste Schichtungen freigelegt, manchmal diese Sedimente unter Sinterplatten fortgespült und eindrucksvolle Gebilde geschaffen. Neben daumen- bis kopfgroßen Geröllen finden sich aber auch einige zentnerschwere Diabasblöcke im Bachbett, wobei hier die Herkunft nicht  eindeutig geklärt werden konnte (eingespült oder als Kluftfüllung herauspräpariert). Der Nordgang ist auf mehreren Niveaus, die sich z.T. über eine Vertikaldifferenz von 45 m erstrecken, befahrbar. Die Raummaße erreichen durchaus auch mal 10 m Höhe und sind in der Regel 1 – 5 m breit.

Wiederum einmalig sind die Sinterformen. Zu nennen sind hier massenhafte Excentriquesvorkommen, Schneeweiße Kerzenstalagmiten, Sinterfälle, Sinterberge, Kristallbecken, Makkaronis uvm. Alle Sintervorkommen machten u.a. einen sehr jungen Eindruck. Alte, zerrissene oder gar gefällte Sinter konnten nicht beobachtet werden. Dies kann ein Hinweis auf das Alter des Nordganges sein und darauf, das dieser im Vergleich zu den anderen Herbstlabyrinthteilen wesentlich später entstanden ist.




Der „Azursee“ in der Rätselhalle. (Photo: I. Dorsten)




Der Gletscher, eine massive weiße Sinterfläche mit einem azurblauen See in der Rätselhalle. (Photo: I.Dorsten)




Die „Blasenhäutchen“ an der Unterseite eines Steines, der im Wasser lag. (Photo: I. Dorsten)




Der „Katzenbuckel“ im Nordgang. (Photo: I. Dorsten)




Die „Wachsperlen“. Größe des Bildausschnittes ca. 20 cm (Photo: A. Hüser)

8. Gefährdung und Schutz des Höhlensystems

Wie so oft in Deutschland ist auch dieses Höhlensystem durch den nahen Kalksteinabbau gefährdet. Aufgrund der Initiative einiger Mitglieder der Speläologischen Arbeitsgemeinschaft Hessen wurde erreicht, das ein Teil der Abbaufläche gegen eine andere eingetauscht wurde und so ein Großteil der Höhle langfristig erhalten bleibt. Dieser Flächentausch wurde zwischen der Gemeinde Breitscheid und dem Kalkwerk durchgeführt. Aus dem Interesse der Gemeinde Breitscheid heraus laufen zur Zeit Pläne zur Erschließung von einigen Höhlenteilen, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Möglich sind diese Arbeiten nur, die im ersten Schritt auf einen neuen Zugang zielen, durch die Unterstützung der Höhlenforscher. Ein wesentlicher Punkt bei der zukünftigen Arbeit mit der Gemeinde wird die fachliche Begleitung aller Arbeiten bleiben.

Akut gefährdet durch den Gesteinsabbau ist der Teil des Nordganges. Alle Bemühungen diesen Höhlenteil dauerhaft zu erhalten, scheiterten an dem äußerst ungünstigen Verlauf des Ganges. Dieser zieht sich direkt durch den Abbau und hätte im Ernstfall eine Stillegung mit enormen finanziellem Ausgleich zur Folge gehabt. In einer Zeit, in der Arbeitsplätze rar sind und in Strukturschwachen Regionen jede Investition gebraucht wird stößt der Naturschutz an seine Grenzen. Auch in Zukunft wird es immer wieder auf Kompromisslösungen hinauslaufen.

Zur Zeit ist der Zugang zum Höhlensystem nur über einen gut gesicherten Eingang möglich, der durch seine Geometrie auch nur für äußert schlanke Personen passierbar ist. Durch die nachfolgenden, sehr verwirrend angelegten Höhlenteile wird es auch „Einbrechern“ sehr schwer gemacht die sensiblen Teile zu erreichen. Ein im weiteren komplizierter Gangverlauf und nur Kennern der Höhle bekannte Zustiege deren Lage nicht veröffentlicht wird, machen ungebetene Besucher die Orientierung nahezu unmöglich.

9. Aussichten

Das Herbstlabyrinth – Adventhöhle – System bietet eine Fülle von Forschungsmöglichkeiten. Besonders interessant dürften neben den Datierungen von Sintern auch die Datierung von Hochwasserereignissen sein, die in bestimmten Zeiten die Höhle zum Großteil, oder vielleicht gänzlich geflutet haben. Hier bietet sich im untersten, sonnst von sichtbaren Lehmabsätzen gezeichneten Verbruchbereich ein massiger, scheinbar holozäner Sinterberg an, wie er in diesen Tiefen und in dieser sedimentiellen Unberührtheit nicht zu finden ist. Sehr interessant ist auch nach wie vor der Klärungsversuch, wie das Herbstlabyrinth hydrologisch in den Breitscheider Karstkomplex einzuordnen ist.

Ein Schwerpunkt der Arbeiten wird die weitere Vermessung der Höhle bleiben, die sich sicherlich noch einige Jahre fortsetzen wird. Dies liegt im wesentlichen an der Komplexheit des Systems, aber auch an den immer wieder neu gefundenen Teilen. Sehr Problematisch ist auch der ständige Wechsel zwischen schneeweißen Sinterzonen und angrenzenden Sedimenten, meist Lehm. Dies zwingt die Forscher häufiger zu sehr behutsamen Bewegungen oder gar zum Wechseln der Bekleidung. Da mittlerweile die Anmarschwege bis in die hinteren Bereiche mit 1,5 Stunden schon sehr lang geworden sind ist eine Befahrung unter 7 Stunden oft nicht mehr möglich.
Neben den Vermessungen wird parallel dazu immer eine Photodokumentation durchgeführt und in Zukunft auch ein weiteres Video erstellt werden.

Ein weiteres Ziel der Arbeiten wird auch eine kooperative Kontaktpflege zum Kalkwerk sein, auch wenn dabei sensible Themen wie eine evtl. Verschiebung von Abbaubereichen an den Randzonen angesprochen werden müssen.
Das Gesamtpotential dieser Höhle ist schwer einzuschätzen. Neben den bisher vermessenen Teilen werden sicherlich noch weitere 500 m hinzukommen, so das die 5500 m schon angepeilt sind.

Wenn man das gesamte Karstgebiet betrachtet und bedenkt, das Erdbachhöhlensystem und das Herbstlabyrint- Adventhöhle – System zusammen schon 7,5 km GgL aufweisen, dann ist auf Grund der Hydrologischen Verhältnisse ein Potential von 10 km und mehr durchaus denkbar.

Man kann also weiterhin gespannt sein.

 

10. Literatur

BUCHHOLD, M.: Die Erforschung von Schwinde C (5315/28). In: Speleogruppe’86 und Speläologische Arbeitsgemeinschaft Hessen e.V., Jahresbericht 1996, Hannover, Wiesbaden 1997, S.8-11.

BUCHOLD, M.: Neues aus Schwinde C (5315/28+33). In: Speleogruppe’86 und Speläologische Arbeitsgemeinschaft Hessen e.V., Jahresbericht 1997, Hannover, Wiesbaden 1998, S.16-17.


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Letzte Änderung:18.10.2006
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